Letzte Änderung
October 16. 2017 13:15:17
Sitemap & Druckversion

Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Die nach der Reformation im Jahre 1852 wieder neu errichtete Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer, die sich von Gittelde bis St. Andreasberg erstreckte, besaß kein eigenes Gotteshaus. Um die Jahrhundertwende lebten über 600 Katholiken in und um Osterode. Daher entschloss sich die Gemeinde, eine eigene Kirche zu bauen. Sie wurde nach Plänen von Baurat Mende, Osterode, als Hallenkirche aus rotem Backstein errichtet und 1904 vollendet. Die Kosten einschließlich des Bauplatzes betrugen 79 057,84 Mark. Am 1. Adventssonntag 1904 konnte die Gemeinde ihren ersten Gottesdienst in der neuen Kirche feiern. Das Patronatsfest wird am 24. Juni gefeiert und das Kirchweihfest am 2. Sonntag im Oktober. Am Ende des Krieges 1945 wurde die Kirche durch die Sprengung der Sösebrücke erheblich beschädigt und musste mit großem Aufwand wieder instand gesetzt werden.

Eine große Freitreppe führt zur Kirche hinauf. Zur Linken steht der Turm mit den beiden Glocken und der Uhr. Der Innenraum wurde mehrfach verändert und renoviert. 1966 wurde die Kirche nach Plänen von Claus Kilian, Braunschweig, für die erneuerte Liturgie umgestaltet. Die farbliche Gestaltung betont die vorgegebene Architektur und unterstreicht die liturgische Ausrichtung. Sie wurde seitdem mehrmals erneuert. Die Figuren der Gottesmutter und des Kirchenpatrons St. Johannes der Täufer sind Oberammergauer Schnitzereien, ebenso die Herz-Jesu-Figur neben der Beichtkapelle. Der Kreuzweg ist ein Bronzeguss, den die Volkskunst-Anstalten, Kevelaer, nach Entwürfen des Künstlers Wäscher, Sauerland, gefertigt haben. Der handgeschnitzte Osterleuchter neben dem Sandstein-Taufbrunnen und das Kirchengestühl stammen noch aus der alten Johanneskirche auf dem Friedhof. Der Altarraum ist im gleichen Ton gehalten wie das Kirchenschiff, doch betont und hervorgehoben durch farbliche Bögen. Der schwarze Marmoraltar, das große Triumphkreuz und der Ambo aus Bronze mit Kristallglas lenken zum Mittelpunkt der Kirche und des Gottesdienstes. Die seit der Erbauung der Kirche installierte Krell-Orgel wurde 1985 abgerissen und durch einen Neubau der Gebr. Hildebrand ersetzt. Sie umfasst 20 Register und hat ca. 270 000,- DM gekostet. Die Neubaukosten wurden fast ausschließlich von der Pfarrgemeinde getragen.

Das Gotteshaus ist in aller Schlichtheit ein freundlicher, festlicher Raum, in dem sich die betende und feiernde Gemeinde ebenso geborgen und zuhause fühlt wie der einzelne Beter.

Diakon Rudolf Appel